PING YANG

Wenn man an Portrait-Fotografie denkt, tauchen meist ästhetische Schwarzweiss-Bilder oder dokumentarische Reportagebilder im Kopf auf. Ich möchte mich dem Portrait auf andere Weise nähern, nämlich in der Darstellung der Konzentration eines Meschen auf eine bestimmte Handlung. Der eingefrorene Moment des Sich-Konzentrierens-Auf-Etwas stellt die abgebildete Person in einer unkontrollierten Form dar. Selbst die Portraitierten erkennen sich kaum mit dieser Geste, diesem Gesichtsausdruck. Vielleicht wirkt der Ausdruck verzerrend oder unvorteilhaft, doch gerade diese Eigenschaft gehört in unser aller Repertoire, wird aber kaum wahrgenommen, da die Situation nur einen Sekundenbruchteil dauert. Diese Mimik möchte ich auf das Ping-Pong-Spiel reduzieren und Leute portraitieren, die sich auf den Ball beim Abschlagen konzentrieren. Bei der Verschmelzung von Konzentration und körperlicher Anstrengung verschliessen sich dabei die Augenlider, als ob wir von den beiden Anstrengungen geblendet werden. Es soll eine stilisierte, malerische Abbildung der Konzentration mit neutralem Hintergrund und neutraler Kleidung entstehen. Die vier Spiegelungen der aufgenommenen Szene wird zum Pendant oder Gegenspieler vom Ping oder Pong, Yin oder eben Yang. PING ist auch der immer wiederkehrende Tonimpuls eines Sonars und YANG steht im chinesischen für Sonne, welche bei meiner Arbeit vom kleinen weissen Ball verkörpert wird.

© 2009 | 80 x 200 cm