LONG-TERM-MEMORY

Träume, sagt man, sind oftmals schwarzweiss. Wie sind Ereignisse und Orte in meinem Hirn gespeichert, ohne sie mit Hilfe einer Fotografie auffrischen zu können? Diese Frage stellte ich mir und bin nach zahlreichen Farb- und Tonwertversuchen auf ein Ergebnis gekommen. Wenn ich mit wärmeren Farbtönen oder kontrastreicher arbeitete, merkte ich, dass ich die Erinnerung von vorhandenen Fotografien oder Super-8mm-Filmen abrief und nicht von meinem Langzeitgedächtnis. Die nun eher kühle und milchig-weisse Farbgebung entspricht nun den Erinnerungsfetzen, die vor dem inneren Auge auftauchen und sehr schnell wieder verwässern. Wenn man die Bilder betrachtet, ist man versucht, mehr zu sehen als da ist, indem wir die Augenlider zusammenkneifen oder den Winkel zum Bild verändern. Aber es kommt nicht mehr zum Vorschein, der Kontrast bleibt derselbe und die Farben werden nicht kräftiger. So verhält es sich auch mit unseren Reminiszenzen.

© 2009 | 80 x 148 cm