CALIGYNEPHOBIA - Angst vor schönen Frauen
Ursprünglich war Medusa eine wunderschöne Frau. Als Pallas Athene sie jedoch bei einem Liebesspiel mit Poseidon überraschte, verwandelte sie sie erzürnt in jene Gestalt, als die sie gefürchtet war: Ein geflügeltes Ungeheuer mit Schlangenhaaren, langen Eckzähnen, einem Schuppenpanzer, glühenden Augen und heraushängender Zunge. Der Anblick der Medusa ließ jeden zu Stein erstarren.
In der Serie Caligynephobia soll eine Medusa gezeigt werden, wie sie einst vor der Verwandlung ausgesehen haben könnte. Es werden immer wieder neue Portraits dazukommen.
Es sollen Frauen portraitiert werden, die ein Grossteil der westlichen Gesellschaft als „schöne Frau“ bezeichnet. Die blosse Schönheit der Frauen genügt nicht, um den Portraits die Kraft zu verleihen. Vielmehr müssen die verschiedenen Charakteren eine Ausstrahlung beherbergen, die Selbstsicherheit und Selbständigkeit mitbringen und jegliche Unabhängigkeit von Männern demonstrieren. Die Frauen sollen mit einem selbstzufriedenen, warmherzigen Blick und einer sehr offenen Pose ihre Seele offenbaren und alle Distanz zum Betrachter abbauen ohne dabei überheblich, anzüglich oder auffordernd zu wirken. Es soll nicht als erotisches Bild wahrgenommen werden, sondern innere Ruhe und Nahbarkeit vermitteln.
Die Frauen liegen auf meinem Atelierboden, sind ungeschminkt und ohne Retusche oder effektvolle Nachbearbeitung abgebildet, so wie sie seit hunderten von Jahren als Musen in Ateliers von Künstlern dienen.
© 2009 | 100 x 100 cm












